Validierung in Deutschland und Österreich

In den letzten Jahren hat die erneuerbare energien europa e3 GmbH eine aufwändige Validierung und Weiterentwicklung des IdentiFlight-Systems im deutschen Markt durchgeführt und das System von unabhängigen Gutachtern sowie dem TÜV Nord zertifizieren lassen. Diese Validierung wurde in den Jahren 2018 – 2020, an sechs unterschiedlichen Standorten in Deutschland, zunächst für die Zielart Rotmilan im Offenland durchgeführt und ist Ende des Jahres 2020 abgeschlossen worden. Zurzeit erfolgt die Validierung des Seeadlers, welche voraussichtlich im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein wird. Auch die Validierung weiterer Vogelarten ist geplant. Den Abschlussbericht der Validierung finden sie hier:

Wie gut schützt IdentiFlight den Rotmilan (Milvus milvus)?

Projektkoordination, Finanzierung und Neutralitätswahrung

Koordination und Finanzierung der Untersuchungen erfolgten durch die erneuerbare energien europa e3 GmbH. Die fachliche Projektüberwachung und -leitung oblag der ARSU GmbH, die Datenauswertung wurde von der OekoFor GbR übernommen. Die LRF-Daten wurden von dem Landschaftsarchitekturbüro Oevermann, der Ökotop GbR sowie am Standort Geislingen von der Schweizerischen Vogelwarte erhoben. Die Berichterstellung erfolgte gemeinsam von der ARSU GmbH und der OekoFor GbR.

Zur Neutralitätswahrung und Qualitätssicherung der Untersuchung wurde eine externe Projektüberwachung durch die TÜV Nord Systems GmbH & Co. KG eingerichtet. Sie stellte eine Durchführung der Untersuchung nach den vorgegebenen Regeln sicher und nahm die entsprechenden Rahmenbedingungen auf. Um eine neutrale Datenerhebung zu gewährleisten, stellte der TÜV Nord einen Server bereit, auf den alle erhobenen Daten der Beobachter (LRF-Daten und Protokollbögen) übermittelt wurden. Sowohl die Datenerhebung als auch deren Auswertung wurden stichprobenhaft überprüft.

Die vom IdentiFlight aufgenommen Daten (Flugwege und Fotos der aufgezeichneten Vögel) wurden vor Ort gespeichert und per Remote-Zugriff abgerufen. Von dort aus wurden die Daten ebenfalls auf dem TÜV-Nord-Server bereitgestellt.

 

Projektkonstellation zur Überprüfung der Wirksamkeit von IdentiFlight

 

Ergebnisse

Die generelle Eignung eines Antikollisionssystems als Schutzmaßnahme im Sinne von § 44 Abs. 5 Nr. 1 BNatSchG ist gemäß der vom Kompetenzzentrum für Naturschutz und Energiewende („KNE“) aufgestellten Erprobungskriterien zu beurteilen. Die an sechs Standorten erzielten Ergebnisse können mit den Anforderungen verglichen werden, die vom KNE 2020 in einer Workshopreihe zu technischen Überwachungs- und Abschaltsystemen an WEA erarbeitet wurden.

  • Räumliche und zeitliche Abdeckung,
  • Erfassungsreichweite,
  • Erfassungsrate,
  • Klassifizierungsrate,
  • Wirksamkeit und Effizienz der Abschaltung.

Dabei zeigt sich, dass IdentiFlight nach den vorliegenden Ergebnissen diese Anforderungen erfüllt bzw. noch übertrifft, insbesondere hinsichtlich der Erfassungsrate.

 

Es wird somit deutlich, dass IdentiFlight für jedes der genannten Kriterien einen sehr hohen Erfüllungsgrad erreicht. Dies wird durch die Ergebnisse der Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach im Rahmen des Forschungsprojektes NatForWINSENT bestätigt.

Die Schutzwirkung von IdentiFlight erstreckt sich sowohl auf den Rot- als auch auf den Schwarzmilan, da im neuronalen Netz beide Arten als Zielart programmiert sind, für die eine entsprechende Abschaltung bei Annäherung ausgelöst wird. Es stellt sich somit auch nicht die Frage nach der Unterscheidbarkeit beider Milanarten.

 

Weitere Studien

Im Rahmen des Forschungsprojektes NatForWINSENT des Bundestamts für Naturschutz wurde IdentiFlight im Jahr 2020 durch die Schweizerische Vogelwarte Sempach in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) getestet. Dafür wurde IdentiFlight im Windtestfeld WindForS installiert und untersucht.

Den vollständigen Bericht finden sie hier:

Erprobung des automatischen Vogeldetektionssystems IdentiFlight auf dem Testfeld des WindForS im Rahmen der Naturschutzbegleitforschung (NatForWINSENT)